Vor einiger Zeit hat sich die Post-AG ein neues Betriebsfeld erschlossen. Ihr E-Postbrief ist stark vereinfacht beschrieben eine Mischung aus E-Mail und regulärer Briefpost. Außer der Deutschen Post versucht sich aber auch ein anderer Wettbewerber in diesem Bereich, nämlich United Internet mit De-Mail. Diese sagen nun, dass die Post versuche, die Einführung der De-Mail zu verzögern.
Ihren Angaben zu Folge weigert sich die Post AG De-Mail das Postident-Verfahren anzubieten, das in Deutschland standardmäßig zur rechtsgültigen Identifikationsprüfung eingesetzt wird. Ein Sprecher der Post sagte dazu: “Wir torpedieren nichts, aber wir stehen ja bald im Wettbewerb zueinander”. Nun will United Internet die Post mit einer Klage zwingen, Postident auch für De-Mail anzubieten.
Aber Ärger gibt es nicht nur von Seiten von United Internet und De-Mail. Auch die Telekom ist sauer, da die Post ihnen das Postident-Verfahren zum 1. Januar gekündigt hat und einem Neuvertrag abschließen will, der unter anderem verhindern soll, dass De-Mail dieses Verfahren nutzt. Viele große Zeitungen vermuten hinter den Verzögerungen des Startes von De-Mail politische Auseinandersetzungen. Massive Lobby-Arbeit von Seiten der Post soll erheblichen Anteil an den Verzögerungen haben, sagen unterschiedliche Presseorgane. Dabei sollte das Projekt anfangs eine Gemeinschaftsarbeit werden. Doch die Post war frühzeitig aus dem De-Mail-Projekt ausgestiegen, um in eigener Initiative ihren E-Postbrief aufzubauen. Dass sich beide Seiten mittlerweile nicht mehr ausstehen können, zeigte sich gerade erst auf dem Nationalen IT-Gipfel. Als bekannt wurde, dass die Kanzlerin Merkel den De-Mail-Stand besuchen würde, boykottierte die Post AG diese Veranstaltung. Wann Sie also De-Mail auf ihrem Computer oder ihrem Smartphone, wie dem Nokia N8, nutzen können, steht noch in den Sternen.
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